Günstige Kaffee-Röster: Alternativen im Test!

Die Welt ist voller nützlicher Erfindungen, es gibt kaum etwas, das es nicht gibt. Sei es der Eierschalensollbruchstellenverursacher, der das Sonntag-Morgen Frühstücksei genau an der richtigen Stelle sauber durchtrennt, oder die Bananen-Aufbewahrungsbox, in der die Banane ohne zu zermatschen in der Handtasche ins Büro gelangt. Aber warum immer an die Regeln halten? Warum nicht auch mal versuchen einen Schokokuss „bruchsicher“ in der Bananenbox zu transportieren? Diese herrliche Art der Improvisation möchte ich in diesem Blog Artikel in Bezug auf Kaffee durchdenken. Und mal ehrlich: Der Platz im Haus ist auch nur begrenzt vorhanden, da dürfen Dinge ruhig zweckentfremdet werden.

Bei meiner Recherche zu den neuesten Trommelröstern bin ich beispielsweise auf diese wunderbare Idee in dem Forum www.kaffee-netz.de gestoßen. Warum einen Röster kaufen, wenn ich auch eine Popcornmaschine in der Küche habe? Ist ja auch naheliegend, denn jeder gute Haushalt hat eine Popcornmaschine, um den täglichen Bedarf an Kinofeeling zu decken. Aber mal im Ernst: Im Prinzip passiert in so einer Popcorn-Maschine nichts anders, als es in den Trommelröstern auch der Fall ist. Natürlich sind die Einstellungsmöglichkeiten begrenzt, aber wenn es darum geht die rohen Bohnen mit Hilfe von Hitze und viel Bewegung zu rösten, kann hier mit etwas Geschick ein tolles Röstergebnis entstehen. Beim Röstprozess im Trommelröster ist es unter anderem wichtig, dass die dünne Haut der Kaffeebohne sich löst und separat aufgefangen wird. Das Gebläse in der Popcornmaschine transportiert genau diese von der Bohne weg. Durch die Zirkulation in dem Gerät werden die Bohnen außerdem permanent einer gleichbleibenden Hitze ausgesetzt – optimal. Statt Popcorn kommt dann nach circa 10-20 Minuten die geröstete Kaffeebohne hervor. Der First Crack, den ich bei meinem ersten Rösterlebnis im Blog Artikel vom Januar schon kennen lernen durfte, spielt hier eine besondere Rolle. Hört man diesen, sollte man die Bohnen im Auge behalten, denn ab dann startet der wichtige Röst-Prozess und fertig sind unsere Kaffeebohnen.

 Da ich neben Popcorn auch Pommes sehr gerne mag, gefällt mir die zweite Idee eigentlich noch besser: Die Heißluftfritteuse. Auch hier gibt es eine zirkulierende Trommel, die die Pommes, bzw. in unserem Fall Kaffeebohnen auf Trapp hält! Durch eine Halogenlampe wird in dem Gerät Hitze erzeugt, die sich von außen super messen und einstellen lässt (bis ca. 230°C – je nach Gerät) und ein Ventilator verteilt die heiße Luft im Gerät und sorgt dafür, dass die Häutchen sich wiederum von den Bohnen lösen. Außerdem sind die meisten Heißluftfritteusen leise genug, um auch hier wieder mithilfe des First- und Second Crack den richtigen Zeitpunkt zu erahnen. Also eigentlich optimal. Zwar dreht sich die Trommel im Vergleich zu der im professionellen Röster etwas zu langsam, aber irgendwo muss es ja auch einen Unterschied zwischen Pommes und Kaffee geben. Und bei all den ungesunden Jahrmarkt Leckereien fällt mir auch gleich noch etwas ein: Hat man dann doch einen Kaffeeröster zuhause, lassen sich in diesem wiederum auch Nüsse oder Kerne rösten – Improvisation will eben gelernt sein!

Und wo wir gerade dabei sind, hier noch schnell im Überblick der Alleskönner Kaffeesatz, um den sich zumindest in meiner Familie ein wahrer Krieg entwickelt hat, denn damit kann wirklich jeder etwas anfangen. Meine Oma färbt damit die weißen Ostereier in einen wunderbaren Braunton (den Sinn dahinter versteht leider nur sie, aber wir haben gelernt, uns überschwänglich über das Ergebnis zu freuen), Papa rennt mit dem Kaffeesatz regelmäßig zum Kompost und in seinen heiligen Garten, um Schnecken abzuhalten und den Pflanzen einen natürlichen Dünger zu verpassen, die Mama wiederrum nimmt das braune Zeug mit ins Badezimmer und startet damit Beautybehandlungen in Form von Gesichtspeeling und einer Haarkur (sie sieht damit gleich mal 1 Jahr jünger aus!) und mein Bruder? Der werkelt sehr gerne herum und nutzt den grobkörnigen Kaffeesatz als eine Art Politur für die Holzmöbel.

Tja, ich für meinen Teil leiste einen erheblichen Beitrag, indem ich einfach fleißig viel Kaffee trinke, um mit der Kaffeesatzproduktion allen in der Familie einen großen Gefallen zu tun. Und jetzt gönne ich mir erstmal ein Stück von dem Tiramisu, das im Kühlschrank auf mich wartet. Da haben sich die Italiener in Sachen Kaffee-Zweckentfremdung nämlich etwas ganz Grandioses einfallen lassen.

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