Namasté – der Ursprung des Indien Monsooned Malabar

Wie versprochen steigen wir dieses Mal ins Flugzeug und begeben uns auf die weite Reise nach Indien. Genauer gesagt in die Region Malabar. Dabei steht der Wortteil mala für Berg und die Endung bar lässt sich -wie auch bei Sansibar- auf die direkte Küstenlage zum indischen Ozean herleiten. Warum das aber für deren Kaffee so bedeutend ist, erfahren wir später.

Eigentlich sind die Inder eher für ihren Tee bekannt, aber auch der sogenannte Kaapi wird langsam aber sicher zum Genussmittel in Indien. Dort wurde er in den 1940ger Jahren mit Chicorée getrunken, was damals hauptsächlich als Streckmittel des teuren Kaffees genutzt wurde. Tatsächlich findet man auch heute in so manchem (Online-)Shop noch die Zugabe der bitteren Salatsorte, die aufgrund ihrer gesunden, abnehmfördernden Nebenwirkung auch noch den Koffeingehalt des Kaffees herunterschraubt. Tja – hier gilt wie bei allem – jedem das seine. Aber wir schweifen ab. Zurück ins Land der bunten Saris und heiligen Kühe. Ein großer Trend darf nicht ungenannt werden: Das sogenannte Metering. Hier wird aus möglichst hoher Höhe beispielsweise der Milchschaum in einem Showeffekt in den Kaffee gegossen. Bei mir muss der Kaffee vor allem eines sein: Stark und brühend heiß.

Wie bei vielen, guten Produkten, ist auch unser Hauptakteur, völlig durch Zufall entstanden und macht ihn absolut einzigartig und faszinierend: Die Rede ist vom Indien Monsooned Malabar. Diese indische Kaffeespezialität wird nicht getrocknet aufbereitet. Und auch nicht gewaschen. Sie wird beides! Beim Ursprung dieser einzigartigen Verarbeitung gibt es wie immer mehrere Versionen, aber die gängigste hier einmal in der Kurzfassung und hier möchte ich kurz an den Wortursprung zurückerinnern. Küstennähe und Berge. Die Erntezeit der Kaffeekirsche in den hohen Lagen fällt ausgerechnet auf die Monsoonzeit in Indien. Die Kaffeebohnen waren damals nach der Ernte auf dem langen Seeweg nach Europa dem starken, warmen Monsunregen und gleichzeitig großer Hitze ausgesetzt. Durch den Monsun wurden die Kaffeebohnen umspült und gereinigt. Die Sonne wiederrum hat ihr Bestes getan, um die Bohnen zu trocknen. Es entstand durch Zufall ein sanftes, unvergleichliches Aroma mit wenig Säure.

Heute erzielt man mittels dem sogenannten „Monsooning“ Verfahren denselben Effekt nur nicht mehr auf hoher See, sondern auf dem Festland in speziell dafür hergerichteten Lagerhäusern. Hier werden die Kaffeebohnen auf belüfteten Zementböden aufgeschichtet und nach einiger Zeit in die Jutesäcke gefüllt. Der Monsun zirkuliert weiter um die Bohnen – nach einigen Monaten hat man dann das gewünschte Ergebnis und fertig ist der berühmt berüchtigte und hochgeschätzte Monsooned Malabar.

Liest sich ein bisschen wie ein Märchen oder eine besonders raffinierte Marketing-Strategie, aber verkauft sich und schmeckt, das ist wohl die Hauptsache! Und während viele vor allem das milde Aroma zu schätzen wissen, darf bei anderen Genießern der Kaffee gar nicht stark genug und zu dunkel geröstet sein. Aber wussten Sie, dass der Fettgehalt von Kaffee ansteigt, umso dunkler die Röstung ausfällt? Ist diese Sorte deswegen etwa „ungesünder“? …lesen Sie bald mehr darüber, im Röstmeister Blog!

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